Neubau einer Wohnanlage mit Gemeinschaftshaus mit Wohnraum für ca. 400 Studierende

Häuser 12, 13 und 14

Das städtebauliche Konzept gliedert die 400 Wohneinheiten in sechs gleichwertige Häuser unterschiedlicher Höhe und übernimmt damit den fast dörflichen Charakter der bestehenden Anlage.

Eine Verdrehung der Baukörper zu den bestehenden Gebäuden bewirkt eine lebendige Verzahnung mit den Bestandsgebäuden und lässt ein vielfältiges Wechselspiel aus Baukörpern und Freiräumen entstehen.

Die flächensparende Bauweise erreicht einen umfangreichen Erhalt des Baumbestandes und unterstützt damit das Wohnen im „Grünen“.

Die lebendige Gestaltung der Fassaden entfaltet ein ebenso eigenständiges wie auch prägnantes städtebauliches Bild und spiegelt die individuelle Nutzung seiner Bewohner.

Die übersichtliche Größe der Einzelgebäude begünstigt das Wohnen in kleinteiligen Gruppen und sorgt für eine familiäre Atmosphäre. Kleine Terrassen auf jeder Ebene schaffen zusätzliche Aufenthaltsbereiche und unterstützten den Austausch unter den Bewohnern.

Die Südorientierung der Gebäude gewährleistet gleichwertige Lichtverhältnisse und eine ausgewogene Wohnqualität. Differenzierte Gebäudehöhen und Verdrehung der Baukörper zueinander bietet dabei größtmögliche Privatheit für die Bewohner.

Ein großzügiger Platz am „Gemeinsamen Haus“ bildet das kommunikative Zentrum für die Bewohner.

Treppenaufgang

Am 04.07.2022 wurde unser Projekt mit dem Baukulturpreis der Stadt Erlangen 2022 ausgezeichnet!

Wir freuen uns nun zusammen mit unserer Bauherrschaft unseren Freianlagenplanern TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin, über diese besondere Auszeichnung!

Jurybewertung:

Das dargestellte Projekt resultiert aus einem ausgeschriebenen Wettbewerb und wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Über die anschließende Beauftragung der Architekten und Landschaftsarchitekten über alle Leistungsphasen der Objektplanung Gebäude und Freianlagen wurde die Planung zur Realisierung geführt. Die hohe Planungskultur spiegelt sich im fertiggestellten Ergebnis wieder.

Gebäude, Freiräume und Erschließungen bilden eine dem Ort und der Aufgabe höchst angemessene ästhetische Einheit. Als plastisches Ensemble mit klarer Architektursprache in Kombination mit geschickten, beinah lässig wirkenden, Freianlagen mit weich geschwungenen Wegen, besetzt es den Ort. Der Kontrast zwischen baulicher Dichte und Offenheit der grünen Zwischenräume, durchsetzt von einzelnen Baumgruppen aus Kiefern, erzeugt spannungsvolle Kontraste.

Die relativ kleinteilige Nutzung für studentisches Wohnen wird in vielerlei Hinsicht vorbildhaft umgesetzt. In den Erdgeschosszonen, wie auch über die Geschosse verteilt, entstehen Orte der Gemeinschaft. Mal für aktivere Nutzungen, mal als nutzungsoffene Freisitze mit Ausblick. In einem der Gebäude bildet ein Café mit Gastrobereich einen frequentierten Bezugsort für die Gesamtanlage. Das Ensemble ist somit von übergeordneter gesellschaftlicher Wirkung. Die raffinierten architektonischen Maßnahmen lassen trotz des temporären Wohnens eine positive Nachbarschaftsbildung erwarten. Auch in der Materialität besticht das Gebäudeensemble. Als Holzhybridbau mit massivem Kern und einer vorgefertigten Fassade aus Holz setzt es ein Zeichen in Bezug auf die Verwendung ökologisch nachhaltiger Baustoffe.

Lobenswert ist die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum bei gleichzeitig gemeinschaftlichen Angeboten zur Kompensation der minimierten Wohnflächen. Die Freiflächen dienen nach dem Prinzip der Schwammstadt als Retentionsflächen und erzeugen mit ihrer kühlenden Wirkung ein günstiges Mikroklima. Die kompakte Bauweise sichert eine gebotene kosteneffiziente
Herstellung bei gleichzeitig hoher architektonischer Qualität.

In der Gesamtheit erfüllt das Projekt vorbildhaft alle genannten Kriterien.

>2022 Baukulturpreis_Broschüre

Vogelsperspektive

2013-2018

Wettbewerb 2013: 1. Preis
Auszeichnung 2022: Baukulturpreis Erlangen

Auftraggeber: Studentenwerk Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Projektleitung: Cornelia Oswald

Mitarbeit:  Lisa Dehoust, Sandra Humanes, Lorena Koch, Ina Philipp, Jennifer Reinfeld

Landschaftsarchitektur: TOPOS-Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin
Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt BDLA SRL Stephan Andreas Buddatsch

Fotos: Oliver Heinl, Rednitzhembach

BGF: 17.171 m²
BRI:  52.523 m³

Häuser 13 und 14
Häuser 13, 14 und 15
Treppenauge
Holzfassade
Treppenhausbalkone und Loggia
Küche
Wohnen und Arbeiten
Farb- und Materialkonzept Cafebar Campustreff